Neue Wege im Verkehr 2019 – SHP Ingenieure im Dialog

Unsere jährliche Seminarveranstaltung im Festsaal des Alten Rathauses hatte mit über 220 Besucherinnen und Besucher eine überaus gute Resonanz. Zum 22. Mal in Folge hatten wir zu Neue Wege im Verkehr eingeladen. In insgesamt neun Vorträgen rund um die Mobilität und den Entwurf von Straßen konnten wir zeigen, welche Fragen die verkehrliche Praxis heute bewegen und dabei das breite Leistungsspektrum unseres Büros vorstellen.

Im ersten Themenblock ging es um die Überarbeitung der Regelwerke für Stadtstraßen, Landstraßen und Autobahnen. Gerade im direkten Vergleich zeigt sich die unterschiedliche Denkweise: während im Regelwerk für Stadtstraße die Mobilitätswende durch die immer stärkere Berücksichtigung des Fuß- und Radverkehrs irgendwie angekommen ist, strebt speziell die Überarbeitung des Regelwerkes für Autobahnen immer noch nach schnellerem Kfz-Verkehr. Dieser Widerspruch sorgte denn auch gleich für engagierte Diskussionen.

Im zweiten Themenblock stand der Radverkehr im Mittelpunkt. Vorgestellt wurden eine Arbeitshilfe für Fahrradstraßen und das Konzept der Radschnellverbindungen in Berlin an denen SHP maßgeblich beteiligt ist. In der Diskussion wurde deutlich, dass Radschnellverbindungen nicht mal so eben realisiert werden können, da die Planungsverfahren durchaus mit denen von Straßen vergleichbar sind. Die in Berlin politisch proklamierten 100 km Radschnellverbindungen werden deshalb noch etwas auf sich warten lassen. Wichtig ist deshalb der (schnellere) Ausbau und die Verbesserung der bestehenden Netze.

Der Themenblock wurde abgerundet mit einem Beitrag zur Gestaltung von ZOBs. Es wurde deutlich, dass die gerne genannten Vorzeigebeispiele ohne zusätzliche Finanzierungsquellen nicht machbar sind und die Kommunen hier vor zusätzlichen Problemen stehen.

In einem Gastbeitrag von Benjamin Wille, Gesellschafter bei Machleidt Städtebau + Stadtplanung in Berlin, wurde der Nachmittag eingeleitet. Der Gastredner stellte den Beitrag der Stadt- und Freiraumplanung sowie des Städtebaus für eine nachhaltige Mobilität heraus. Nur in der integrierten Zusammenarbeit der Disziplinen können Stadtquartiere entstehen, die ökologisch, ökonomisch und sozial die Herausforderungen der Zeit aufnehmen. Am Beispiel des Neckarbogens in Heilbronn und einem großen Wohnprojekt in Potsdam-Krampnitz, an dem SHP beteiligt ist, wurden die Kriterien für eine Nachhaltige Stadtentwicklung erläutert. In den folgenden Beiträgen ging es um konkrete Mobilitätskonzepte für ein neues Quartier in Bremen und die Konversion eines sehr großen Stadtbereiches zwischen Essen und Bottrop sowie abschließend um eine Mobilitätskonzept für eine neue Veranstaltungshalle in Nürnberg.

Das engagierte Fachpublikum nutzte die Gelegenheit zur regen Diskussion und zum lockeren Erfahrungsaustausch. Wir werden die Veranstaltungsreihe Neue Wege im Verkehr im nächsten Jahr mit neuen Themen fortsetzen. Wir danken allen Gästen für ihr Kommen und die engagierten Diskussionen! Die Präsentationen werden hier demnächst zum Download zur Verfügung gestellt.

Seminar Handout

Weiterentwicklung des Regelwerkes für Stadtstraßen (RASt 2006) – Was ist zu erwarten?

Radschnellverbindungen Berlin Konzeptentwicklung und Realisierung

Der ZOB im Spannungsfeld zwischen Stadtplatz, Funktionsfläche und Fördertatbeständen

Ruhrgebiet reloaded Freiheit Emscher mit innovativem Mobilitätsansatz

Mobilitätskonzept für Veranstaltungshallen Ein neues Konzerthaus für Nürnberg

 

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