Aktuelle Informationen

Neue Regelung der Strandzufahrt in Ording und Einrichtung einer Fahrradstraße – SHP begleitet die Gemeinde Sankt Peter-Ording bei zwei Verkehrsversuchen im Sommer 2021

Das Verkehrskonzept für St. Peter-Ording befindet sich derzeit in Bearbeitung. Unstrittig ist, dass das hohe Kfz-Verkehrsaufkommen St. Peter-Ording insbesondere in den Sommermonaten stark belastet.

Um erste Ansätze für Einheimische und Besucher*innen sicht- und erlebbar zu machen, werden im Sommer 2021 erste Leuchttürme für die zukünftige Mobilität in St. Peter-Ording umgesetzt. Diese sollen als Verkehrsversuche temporär eingerichtet werden. Durch eine begleitende Evaluation können diese Maßnahmen erprobt und je nach Ergebnis und Erfahrung verfestigt, modifiziert oder verworfen werden. Durch die Gestaltung als Versuch können etwaige Ängste abgebaut und ggf. zu abstrakt scheinende Ideen verdeutlicht werden.

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Neue Regelung der Strandzufahrt/-abfahrt in Ording
Der Straßenzug von der B 202 über Strandweg, Am Deich und Utholmer Straße wieder zur B 202 erreicht in Zeiten starken Gästeaufkommens seine Belastungsgrenze. Stauungen in beide Richtungen sind regelmäßig bei An- und Abreise festzustellen. Bei der Abreise ist dies vor allem auf die Leistungsfähigkeitsengpässe des vorfahrtgeregelten Knotenpunktes B 202/ Strandweg zurückzuführen. Das hohe Verkehrsaufkommen auf der Hauptrichtung der Bundesstraße und die zeitgleiche Anforderung der Fußgänger-LSA führt dazu, dass der Verkehr im Strandweg, insbesondere die Linkseinbieger nicht abfließen können. Die Fahrzeuge stauen sich bis auf den Strand zurück – auch Radfahrende und der Bus müssen sich eingliedern.

Die Verkehrsführung zur Strandüberfahrt Ording soll über eine Einbahnstraße an den Rampen geregelt werden. Die vorherige Verkehrsführung erlaubte das Befahren der nördlichen und südlichen Rampe in beide Richtungen für den Kfz-Verkehr. Die Fahrbahnbreite von 3,60 m ist für die gemeinsame Nutzung von Autoverkehr, Fuß- und Radverkehr zu schmal bemessen. Am Knotenpunkt Utholmer Straße/ Am Deich/ Norderdeich wird ein Minikreisverkehr markiert, um die Verkehrsführung eindeutig zu regeln – hier hat eine Konfliktbeobachtung im letzten Jahr das Verkehrschaos aufgezeigt. Durch die Einbahnstraßenregelung der Rampen und die Verkehrslenkungstafeln an der Straße Dreilanden erfolgt die Anreise zum Strand Ording über die nördliche Rampe und der vom Strand abfließende Verkehr verkehrt über die südliche Rampe. An der Strandüberfahrt wird die Verkehrsführung durch eine Markierung verdeutlicht, auch die Führung für den Radverkehr wird begreifbar.

Um den Abfluss des Kfz-Verkehrs am Knotenpunkt „Strandweg/Dreilanden“ zu bevorrechtigen wird der Knotenpunkt vollsignalisiert. An der Waldstraße, am Strandweg und an der südlichen Zufahrt Dreilanden werden die Furten signalisiert, das Queren für Fuß- und Radverkehr wird damit sicherer.  Der Stau im Strandweg/Am Deich wird mittels Detektoren erfasst, bei langen Rückstauereignissen wird die Hauptrichtung auf der B 202 angehalten, ebenso bleibt die Fußgänger-LSA auf Rot, sodass der Verkehr aus dem Strandweg in beide Richtungen abfließen kann.

SHP hat in Abstimmung mit dem Amt Eiderstedt die anordnungsfähigen Verkehrszeichen- und Markierungspläne erstellt. Polizei, Straßenverkehrsbehörde und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein wurden frühzeitig beteiligt. Auch die Zustimmung in politischen Gremien und der Bevölkerung ist groß – die Bürgerinnen und Bürger haben während des Versuchs die Möglichkeit sich über ein Kontaktformular einzubringen. Der Verkehrsversuch soll zunächst über vier Monat bis Ende September laufen.

2,0 km lange Fahrradstraße in Böhl

Die Pestalozzistraße ist eine innerörtliche Straßenverbindung St.Peter-Ordings mit einer eher geringen Verkehrsbelastung zwischen 300 – und 1.500 Kfz/8h. Der Abschnitt ist etwa 2,0 km lang. Zwei Ortsbuslinien verkehren in beiden Richtungen, an den Einmündungen ist die Vorfahrtsregelung durch VZ 301 geregelt. Vor Einrichtung der Fahrradstraße wurde die zulässige Geschwindigkeit lediglich im Bereich der Schule auf 30 km/h reduziert.  Ansonsten galt Tempo 50.

Bedingt durch die ansässige Schule sowie weiterer Freizeiteinrichtungen ist auf der Straße ein erhöhtes Radverkehrsaufkommen festzustellen. Aber auch viele Urlauber nutzen die Wegeverbindung, um das Dorfzentrum auf kurzem Wege zu erreichen. Die derzeitige Straßenraumgestaltung entspricht nicht den erforderlichen Nutzungsansprüchen. Es ist ein viel zu breiter Fahrbahnquerschnitt vorzufinden, teilweise wird einseitig auf der Fahrbahn oder in Parkbuchten geparkt. Die Radfahrenden hatten bisher die Wahl zwischen dem Fahren auf der Fahrbahn oder im Seitenraum auf baulich angelegten als „Gehweg Radfahrer frei“ beschilderten Radwegen. Gehweg Radfahrer frei bedeutet für den Radfahrenden „Schrittgeschwindigkeit fahren“ und sich den Zufußgehenden unterzuordnen.

Um den Radverkehr im Zuge der Hauptroute zu bündeln, wurde hier zunächst temporär über einen Zeitraum von einem Jahr eine Fahrradstraße bis Mai 2022 eingerichtet.

  • Der Radverkehr ist bevorrechtigt und Radfahrende dürfen nebeneinander fahren.
  • Die zulässige Geschwindigkeit beträgt 30 km/h.
  • Die Fahrradstraße ist nur für Anlieger frei gegeben, um Durchgangsverkehre zu vermeiden.
  • Flankierend wurde eine Halteverbotszone eingerichet, um die Sichtbeziehungen an den Einmündungen zu verbessern und den ruhenden Verkehr durch Markierung der Stellplätze auf der Fahrbahn neu zu ordnen.
  • Um sogenannte Dooring-Zone-Unfälle zur vermeiden wird die Markierung eines Sicherheitstrennstreifens von 0,75 m zum ruhenden Verkehr vorgesehen.
  • Der Begegnungsfall Bus/Bus soll weiterhin sichergestellt werden, aber Überhalmanöver im Autoverkehr sowie überhöhte Geschwindigkeiten können reduziert werden.

Fahrradstraßen sind im Vergleich zu anderen Maßnahmen kostengünstig, da sie in erster Linie ein verkehrsregelndes Instrument darstellen und nur geringen Aufwand (hier ausschließlich Markierung und Beschilderung) erfordern. Gleichzeitig besitzen sie als Mittel der Öffentlichkeitsarbeit eine starke Signalwirkung für den Radverkehr. Im Eingangsbereich wurden Banner zur Verdeutlichung der Verkehrsregeln in einer Fahrradstraße aufgestellt.

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SHP Ingenieure erarbeitet für Westerland auf Sylt ein Verkehrskonzept

Die Mobilität in Westerland ist aufgrund der Insellage und der touristischen Bedeutung ganz speziellen Anforderungen ausgesetzt. Die Innenstadt von Westerland stellt dabei für die Insel Sylt einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt und gleichzeitig ein Nadelöhr dar: hier ergeben sich vielfältige Nutzungsansprüche, die sich überlagern und bisher teilweise ungeregelt und unverträglich nebeneinanderstehen. Das Verkehrskonzept verfolgt daher einen integrierten Ansatz, der Fokus liegt jedoch auf dem Radverkehr. Neben der Entwicklung eines lückenlosen Radverkehrsnetzes liegt der Schwerpunkt ist der Führung des Westküstenradweges. Dieser soll perspektivisch alle Ortschaften an der Westküste Sylts miteinander verbinden.

Da in Westerland – und ganz Sylt – die Herausforderung in der Berücksichtigung zweier Extreme – Haupt- und Nebensaison – besteht, spielen temporäre Lösungen und Verkehrsversuche eine besondere Rolle. Für 2021 ist die Einrichtung von drei Begegnungszonen als erster Schritt Richtung Verkehrswende geplant.

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SHP Ingenieure entwickelt für das Land Berlin einen Leitfaden für Fahrradstraßen

Fahrradstraßen werden seit vielen Jahren in den Kommunen zur Förderung des Radverkehrs eingesetzt. Die konkrete Umsetzung ist trotz Verankerung in der StVO recht unterschiedlich und mit Unsicherheiten behaftet. Aus diesem Grund hat die SenUVK in Berlin SHP Ingenieure mit der Entwicklung eines Leitfadens mit dem Titel „Umsetzung von Fahrradstraßen in Berlin“ beauftragt. Der Leitfaden steht zum kostenlosen Download zur Verfügung:

Leitfaden herunterladen

Neben einigen rechtlichen Einordnungen enthält der Leitfaden auch einige Umsetzungshinweise und ist auch für andere Kommunen einsetzbar.

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SHP Ingenieure gewinnt gemeinsam mit nsp landschaftsarchitekten stadtplaner den begrenzten verkehrs- und freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb „Untere Nadorster Straße“ in Oldenburg

Als Ergebnis des Wettbewerbsbeitrags entsteht durch die vorgeschlagenen verkehrs- und freiraumplanerischen Maßnahmen, im Kontext der angrenzenden Bebauungs- und Nutzungsstruktur, eine neue Straßenraumgestaltung. Ziel ist die Stärkung und Entwicklung des zentralen Versorgungsbereichs sowie die Steigerung der räumlichen Aufenthaltsqualität. Neben der Aufwertung und Akzentuierung des Straßenraums werden auch die umliegenden Funktionen gestärkt und in Ihrer Bedeutung hervorgehoben. Für den Stadtteil kann so eine Identitätsbildung und die Schaffung eines charakteristischen Ortes für gelingen.

 

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